Im Mittelpunkt der Corona-Krise steht insbesondere auch das Bildungssystem. Wie kann Schule funktionieren, wenn Schüler ständig in Quarantäne sitzen? Wie werden Lehrkräfte er- oder eingesetzt, die zu Corona-Risikogruppen gehören? Wie gelingt digitale Bildung krisengerecht und nachhaltig, wenn Erfahrung und Fachleute dafür fehlen? Endgeräte gerade erst geliefert und Lern-Management-Systeme im Quarantäne-Fall spontan eingerichtet werden? Das bei IT-Fachkräftemangel? Die Lösung in Kürze:

Freiberufler unterstützen Schulen!

IT- / Digitalisierungs-Manager und Medien-Coaches werden in Schulen gebraucht, um digitale Bildung nachhaltig gestalten zu können. Genauso wie in Firmen – auf Dauer. Während der Corona-Krise, sofort, können und sollten solche freiberufliche Experten helfen, denn: sie sind verfügbar.

Mit #Freelancer4Schools können akute Corona-Probleme auf zwei Seiten gelöst werden: Beratungs-, Schulungs- und Support-Bedarf bei Schulen sowie Auftrags-Bedarf bei Freiberuflern. Hier könnte eine neue „Symbiose-Art“ entstehen, meint Susanne Braun-Speck, Referentin für digitale Bildung und ehemalige IT-Personalvermittlerin.

Ist-Situation Herbst 2020: Der Schulalltag ist von AHA-L-Regeln geprägt sowie von Bildung, die entweder im Eiltempo oder auf Sparflämme läuft. Einige Schulen setzen auf Vorarbeit und verlangen von Lehrkräften und Schülern 150% Leistung. Andere Schulen setzen auf Minimalismus und specken den Lehrplan auf das Notwendigste ab. Mögliche CoVid19-Erkrankungen und eventuelle Quarantänen erzeugen Druck und Stress – seit vielen Monaten! Die mangelnde Erfahrung mit Homeschooling, mit Fernunterricht, der pädagogischen Herangehensweise und der digitalen Technik dazu, sorgt zunehmend für Stress. Obwohl die Lehrkräfte teilweise in Sachen Lern-Management-Systemen, Online-Konferenzen führen, etc. mittlerweile geschult sind, Glasfaserleitungen, WLAN und mancherorts neue Endgeräte vorhanden sind, funktioniert es dennoch sehr, sehr häufig nicht. Und: Schüler werden darin noch längst nicht geschult. Sie müssen alles erproben und weitestgehend zusehen, wie sie klarkommen. Funktionierende und nachhaltige digitale Bildung ist das nicht.

„Oft bricht die Internetverbindung ab oder ist grundlegend zu schwach; bei Online-Konferenzen haben viele noch nicht einmal Ton – wie soll so digital kommuniziert werden? Außerdem sind auch Schüler zwar Smartphone-affin, aber nicht in der Anwendung von Tablets mit all seinen vielen Software-Anwendungen (APP´s) s und Tools geübt. In meinen Workshops erlebe ich seit Corona-Krisenbeginn ständig solche Situationen oder bekomme sie erzählt. Manchmal auch mit Beschwerden – ich hätte ja gesagt, das empfohlene Online-Konferenztool würde super funktionieren“, ist Braun-Specks Erfahrung.

Tut es auch, die Probleme liegen woanders. Aber wo?

Eins weiß die Referentin ganz sicher: Am Online-Konferenztool selbst liegt es nicht. Sie selbst nutzt BigBlueButton, welches seit 2007 für die Bildungsbranche entwickelt wird. Es ist datenschutzkonform und bietet mehr integrierte Funktionen als ähnliche Tools: zum Beispiel ein digitales Whiteboard als Tafelersatz. Wenn ihre Kursteilnehmer Zuhause sind und sich vor dort in die Onlinekurse einwählen, gibt es vereinzelt Verbindungsprobleme. Insbesondere dann, wenn die Teilnehmer im ländlichen Raum leben. Doch in Schulen vor Ort gibt es sehr oft, fast unlösbare Probleme mit Internetverbindungen bei allen Teilnehmern.

Was ist jeweils die tatsächliche Ursache dafür? Liegt es am (W)LAN der Schule? Am Landesserver? An den Endgeräten? Am Benutzer? An alten Kabeln oder falsch verlegten? An den Online-Konferenztools selbst liegt es nicht – möglicherweise aber an dem Server, auf dem sie installiert sind. Oder weil gerade Zuviele zeitgleich darauf zugreifen. Doch: Die Server-Leistung (RAM/Arbeitsspeicher, Kernel- oder sogar Server-Anzahl) könnte erhöht werden – aber wer weiß das schon? Wer sollte in der Schule herausfinden, was nicht funktioniert? Generell und in der Krise unter Corona-Bedingungen?

Es gibt in den Schulen niemanden, der einschlägiges Knowhow und die Zeit für sowas hätte. Also Niemanden, der Netzwerk- und Systemadministrator ist, Content-Manager oder Dozent für digitale Anwendungen.

„Es gibt mehr als 150 IT- und Medienberufe, für welche jeweils eine einschlägige Ausbildung, meistens ein Studium, erforderlich ist. Entsprechend ist verwunderlich, dass Politik und Gesellschaft erwarten, dass nicht-digitalaffine Lehrkräfte das mal eben nebenbei lernen und leisten. Auch können Schüler allein keine Websites entwickeln oder sind als Smartphone-User am PC fit – es sind doch nicht alle Wunderkinder“, meint Braun-Speck, welche vor 19 Jahren (2002) das erste Berufe-Glossar der Branche erstellt hatte (siehe Quellen unten oder Link).

Zwar ist auch auf Bundesebene mittlerweile angekommen, dass Schulen „IT- und Medienexperten“ brauchen – aber: wann die kommen können, steht in den Sternen.

Dabei spricht die Politik von „Informatikern“, aber: Das ist das falsche Berufsbild.

Im Sprachgebrauch von Beteiligten des Bildungssystems wird ständig von Informatik-Unterricht und Informatik-Fachlehrern gesprochen, welche dringend gebraucht werden. Doch: Tatsächlich müssen Lehrkräfte wie auch Schüler KEINE Aufgaben von Informatikern ausführen können. Informatiker beschäftigen sich in ihrer Berufstätigkeit überwiegend mit der Entwicklung von Programmen, Software, Hardware und Systemlösungen, sowie mit Künstlicher Intelligenz, Maschinen-Programmierung oder zum Beispiel mit der Installation und Administration von Systemen & Netzwerken.

Lehrkräfte und Schüler brauchen in einer digitalen Welt “nur” Anwender-Kenntnisse.

In der elektronischen Datenverarbeitung (kurz: EDV) steht der Ausdruck “Anwender / User / Benutzer” für eine Person, die einen Computer, eine APP, ein Online-Portal oder andere digitale Medien benutzt. Zukünftig werden sowohl in Schulen, wie auch in fast allen anderen Berufsbereichen solche digitalen Anwender-Kenntnisse benötigt. Also zum Beispiel digitales Schreiben und Kommunizieren, online Recherchieren und Lernen, etc.

Klar wird: Für manche Aufgaben auf Dauer, sowie für neue Vorhaben und Projekte, sowie für die Corona-Krise werden einschlägig qualifizierte ITK- und Medien-Experten in Schulen gebraucht. Anders ist nachhaltige, digitale Bildung nicht möglich.

Bereits im Sommer 2018 entwarf Braun-Speck den Beruf des IT- / Digitalisierungs-Managers für Schulen und versuchte, dafür im Bildungswesen Gehör und in der Wirtschaft Unterstützung zu finden. Solche Digitalisierungs-Manager oder auch Medien-Coaches sollen die treibende, führende und organisatorische Kraft zur Entwicklung und Einführung von Medienkonzepten und Technik sein. Für jede Schule einen Digitalisierungs-Manager war angedacht, denn:

Wie sollte sonst Digitalisierung in Schulen gelingen – mit beispielsweise 800 Schülern und 60 Lehrern (= 860 User), wenn kein einziger IT-Experte im Hause ist?

In der Regel ist es so, dass an einer Schule ein bis zwei Lehrer zwei Zusatzstunden pro Woche haben, um als technische Ansprechpartner und Supporter zu agieren. Bedeutet: sie haben ständig “Land unter” und wissen nicht, wie sie diese umfangreiche Zusatzaufgabe stemmen sollen. Erzählt wird auch von Schulen, wo die Schülertechnik-AG – auch oder insbesondere während des Unterrichts – diesen Job an der Schule machen. Hausmeister sind auch involviert. In manchen Bundesländern gibt es mittlerweile Medienzentren oder IT-Systemhäuser in öffentlicher Hand, sowie Beratungs- und IT-Unternehmen, aber … Es funktioniert ja nicht. Wie kann es sein, dass Schulen immer noch überwiegend alleine im Regen stehen?

Ein vergleichsweiser Blick in die Wirtschaft: In Unternehmen mit beispielsweise 860 Usern gäbe es eine ganze IT-Abteilung! Und externe Berater für neue Vorhaben und Projekte.

Zuletzt sprach Braun-Speck von der Situation und der Idee der Digitalisierung-Managern in Schulen im Juni 2020 mit ihrem gleichnamigen Impuls-Beitrag beim

Barcamp #SchuleNeuDenken von Dorothee Bär

Am 20.6. fand das Online-Barcamp #SchuleNeuDenken auf digitalitaet20.de statt. Veranstalter war das Bundeskanzleramt in Verantwortung der Beauftragten der Bundesregierung für Digitales, Dorothee Bär. Dabei: 1.700 aktive Teilnehmer plus Zuschauer, 32 Sessions (Aufgabenfelder), aufgeteilt in 80 Online-Konferenzräume (mit dem Tool BigBlueButton). In jeder Session gab es mehrere Impuls-Beiträge, welche dann in den Live-Sessions diskutiert wurden.

Leider wurde die Website des Barcamps https://digitalitaet20.de gehakt – aktuell (Stand: 6. und 7.11.20 morgens) ist die Website nicht erreichbar. Sie war gehakt worden und zwischenzeitlich mit Fremdinhalten gefüllt. Braun-Speck entdeckte das zufällig, weil sie Jemanden den Link zu ihrem Impuls senden wollte. Sie informierte sowohl die Staatssekretärin von Dorothe Bär – Dr. Dorit Bosch – wie auch die betreibende Agentur. Diese arbeitet bereits daran, die Website wiederherzustellen. Aber zum Glück gibt es noch eine weitere Domain, auf der die einleitenden Sessions des Barcamps erreichbar sind. Die von Braun-Speck ist diese > bitte Link im Webbrowser öffnen: https://digitalitaet20-impulse.de/?p=4273

Dennoch werden derzeit die Ergebnisse des Barcamps ausgewertet. Aber nicht vom Digitalisierungs-Ministerium, sondern von Privatpersonen und Unternehmern – warum? Dazu gab es bisher keine Antwort. Siehe Twitter unter den Hashtags #schuleneudenken #digitalitaet20

Problem: Der Arbeitsmarkt gibt solche Fachkräfte nicht her!

Selbst wenn die Politik bereits IT- / Digitalisierungs- sowie Medien-Experten im Bildungssystem vorsehen würde und die Finanzierung sichergestellt wäre: Am ITK-Arbeitsmarkt fehlen laut dem Branchenverband BITKOM circa 125.000 IT-Fachkräfte. Entsprechend gibt es KEINE Fachkräfte, die das Bildungssystem für sich finden könnte. ITK ist die Abkürzung von Informations- und Telekommunikations-Technik. Für die pädagogischen Aufgaben gibt es mittlerweile den Beruf des Medienpädagogen – aber welche Schule hat so jemanden? Wie viele sind davon auf dem Arbeitsmarkt verfügbar?

Die Einzigen, die zu moderaten Honoraren wenigstens tage-, wochen- oder monatsweise bzw. projektweise helfen können, sind hochqualifizierte Freiberufler.

Zwar könnten – bei ausreichender Mitarbeiteranzahl – auch IT-Systemhäuser und Beratungsfirmen solche Fachkräfte für Schulen  liefern, doch: Dort kosten diese 1/3 bis doppelt soviel. Freiberufler sind dagegen inklusive aller Arbeitgeber- und Personalnebenkosten nicht teurer als zum Beispiel Lehrer. Das im Durchschnitt 75 €/Stunde (netto). Berechnung dazu siehe Quellen-Angaben oder direkt hier.

Insbesondere, aber nicht nur während der Corona-Krise, könnten Freiberufler aus der ITK-/ Digitalisierungs- & Medienbranche eingesetzt werden. Kurz: #Freelancer4Schools oder auch #Consultants4Schools.

Diese könnten als medienpädagogische Lernbegleiter & Coaches in Schulen unterstützen; dort und fernmündlich mit Rat und Tat (Support) helfen; auch Workshops geben, etc. Sie könnten die Aufgaben übernehmen, für die weder Lehrkräfte noch Hausmeister ausgebildet worden sind. Das geht auch kurzfristig und relativ spontan und würde enorm beim Homeschooling helfen! Zunächst stunden- oder tageweise? Auf jeden Fall auf Abruf und nur bei Bedarf. Das heißt, es entstehen keine Fixkosten. Außer Einzelne, die als schuleigene Digitalisierungs-Manager auf Dauer besser bleiben sollten und so für nachhaltige digitale Bildung sorgen können.

Um das realisieren zu können, brauchen Schulen im Grunde genommen nur einen „Topf“, sprich finanzielle Mittel, mit denen sie Freiberufler-Honorare bezahlen könnten. Möglicherweise aus den Vertretungsfonds? Dem Digitalpakt?

Sogar die am schlimmsten von der Corona-Krise gebeutelten Freiberufler, die Kreativen und Künstler, könnten in Schulen eingesetzt werden – als Lernbegleiter für digitale Bildung.

Wie das? Digital, digital, digital … Die Lehrpläne und Medienkonzepte sehen vor, dass Lehrkräfte und Schüler sich zunehmend mit Software-Anwendungen und Medien auseinandersetzen. Sie sollen digitale Texte schreiben, digitale Videos und Podcasts (Audios) erstellen, digitale Bilder und Videos – das ist digitaler Content!

Solch ein digitaler Content wird teilweise, nicht nur, von freiberuflichen Künstlern erstellt. Diese heißen Webdesigner, Content-Manager, Online-Journalisten, Video-Producer und und und. Sie könnten derzeit als Lernbegleiter in Schulen aushelfen – und Geld verdienen, wodurch sie dann nicht auf Hilfen vom Staat angewiesen wären.

Content ist eins der neuen Buzz-Worte im Bildungssystem!

„Content ist King“ heißt es seit Jahren in der Wirtschaft, wenn es um Online- und Social-Media-Marketing geht. Jetzt auch in der Bildung! Denn: Die Lerninhalte in Lern-Management-Systemen (kurz: LMS) sind Content. LMS basieren zudem auf Content-Management-Systemen – sie sind technisch in der Regel das Gleiche. Das bedeutet: Webdesigner können Lern-Management-Systeme betreuen, Lehrkräfte und Schüler in der Nutzung schulen und die Lerninhalte (Content) dafür produzieren. Ja, sogar freiberufliche Kunstmaler könnten die fehlenden Kunstlehrer in Schulen ersetzen – wenigstens zeitweise. Auch freiberufliche Event-Manager könnten bei Corona-Quarantänen helfen. Organisation und Planung ist ihr Job.

Aus welch einem Grund, sollen sie arbeitslos Zuhause sitzen, „Stütze“ bekommen, obwohl sie in Schulen gebraucht werden?

Klar wird durch diese Ausführung: Informatiker sind dafür nicht die Richtigen. Aber in der Kreativ- / Künstler-Branche sind die dafür passenden Fachkräfte zu finden. Sind sie Freiberufler und keine Festangestellten, sind sie auch in nennenswerter Zahl am Arbeitsmarkt verfügbar. Heute, während der Corona-Krise, aber auch auf Dauer.

Lehrer-Risikogruppen fit für Homeschooling machen.

Erste Aufgabe der Freiberufler könnte sein, die Lehrkräfte, welche zu Corona-Risikogruppen gehören und aktuell vorsorglich krankgeschrieben sind, absolut fit in Sachen digitaler Bildung zu machen? Dann könnten diese Lehrkräfte vorn Zuhause aus Arbeiten und Schüler unterrichten, die in Corona-Quarantäne sitzen.

Bleibt nur noch die Frage, wie nun diese Freiberufler bezahlt werden und wie sie mit den Schulen zusammenkommen. Finanzierung ist Bundes- bzw. Ländersache. Für die Prozesse und Technik dazu hat Braun-Speck ebenfalls ein Konzept parat und die technische Lösung dafür vorbereitet. Mit dem Bildungsministerium von Schleswig-Holstein steht sie dazu bereits in Kontakt. Doch um das aus den Angeln zu heben wird ein interdisziplinäres Team gebraucht, sowie die Förderung und Unterstützung der Politik und Wirtschaft.

Wie einige Andere meinen, sagt auch sie:  „Digitale Bildung muss nachhaltig angelegt sein und kann nur gemeinsam gelingen. Wirtschaft und Bildung müssen hier eng zusammenwirken. Freiberufler (aus der Wirtschaft) für Schulen sind eine mach- und verfügbare sowie finanzierbare Ressource. Dafür suche ich Unterstützung!“ Kontakt: kontakt@media4schools.de


Urheber des Textes und der oben genannten Ideen:

Susanne Braun-Speck, 52j aus SH, ist heute freie Referentin für digitale Bildung und freiberufliche Online-Marketing-Beraterin mit Schwerpunkt Webdesign und Content-Management. Zuvor 1996-2016 war sie IT-Personalvermittlerin und Franchise-Geber mit ehemals größerer (eigener) Firma. Kunden waren Mittelstand und Großunternehmen wie T-Systems, Dräger Medizintechnik, und viele mehr in der Größenordnung. Es gab von ihrer Vermittlungsagentur 9 Franchise-Niederlassungen in Deutschland.

Seit 2011 engagiert sie sich in Schulen, organisierte zunächst Kurse im Ganztagsbereich für hochbegabte Kinder (mit Themen wie Bionik, Scratch, Robotik, etc); wurde dann selbst zur Referentin im Enrichment-Bereich; war mehr als 4 Jahre aktive Elternvertreterin, und kennt somit Schule in mehreren Rollen. 2017 gründete sie mit Schülern eine Online-Schülerzeitung (als digitales Lernprojekt), welche 2018 und 2020 die beste Online-SZ von Deutschland wurde (Niveau: GYM/GMSmO). Seit Anfang 2019 führt sie auch für Lehrkräfte in Schleswig-Holstein Workshops zu digitalen Themen durch. Aktuelles steht hier: media4schools.de (Betreiber ist ihr Verein sii-kids & -talents e.V.). Ihre Freiberufler-Website ist tiefenschaerfe.de


Quellenangaben:

  • IT- und Medien-Berufe: Booklet von S. Braun-Speck von 2002 (Link)
    • IT-Berufe > Berufe-Net der Agentur für Arbeit (Link)
    • Medien-Berufe > Berufe-Net der Agentur für Arbeit (Link)
  • IT-Fachkräftemangel Bitkom (Link)
  • Lernplattformen / Content > Wikipedia (Link)
  • Barcamp SchuleNeuDenken, Digitalitaet20 (Link)
  • Was kosten Freiberufler, was Mitarbeiter im öffentlichen Dienst? (Link)

Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt oder Wachstum fördert und vieles mehr.

Die Zahlen kommen von verschiedenen statistischen Einrichtungen wie beispielsweise den Statistischen Landesämtern und werden in Punkte umgerechnet. Die Daten stammen zumeist aus dem Jahr 2016 und 2017.

Info: Der Text stammt aus Presse-Infos der „INSM-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH“ sowie deren Studie (pdf, Langfassung) und dem Factsheet für SH (Link).

Im Bildungsmonitor 2018 stand das Thema Bildung und Sicherung der digitalen Teilhabe im Mittel­punkt des Sonderkapitels.

Die Ausstattung der Schulen im Bereich der Digitalisierung sind sowohl hin­sichtlich der Infrastruktur als auch hinsichtlich der Lehrkonzepte unzureichend. Auch bei den Kenntnis­sen der Schüler zur Digitalisierung bestehen im internationalen Vergleich Rückstände und gleichzeitig sind die Kenntnisse sehr stark von der sozialen Herkunft der Schüler abhängig. Damit droht eine Spal­tung der Zukunftschancen der Schüler bezüglich einer vorhandenen oder fehlenden digitalen Grundbil­dung, da diese Kenntnisse zunehmend für den Arbeitsmarkt von hoher Bedeutung sind (Falck et al., 2016). Um die Chancen aller Schüler zu sichern, ergeben sich eine Reihe an Handlungsempfehlungen: Digitale Infrastruktur schaffen – Verbindliche Lehrerfortbildung, etc.

Siehe Artikel dazu vom letzten Jahr: Digitalisierung in Schulen? Ist-Situation in SH

Im Bildungsmonitor 2019 wird der Blick auf die ökonomische Bildung gerichtet.

Auch diese hat zwei wichtige Bezugspunkte zur Bildungsgerechtigkeit. Es zeigt sich, dass bei der ökonomischen Bildung – ge­messen durch Befragungen zur finanziellen Bildung – ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Schüler oder jungen Erwachsenen und den Kompetenzen in finanzieller Bildung bestehen. Gleichzeitig wirkt sich eine fehlende finanzielle Grundbildung auf die soziale Lage der befragten Perso­nen aus. So treten häufiger – kontrolliert um Einkommen und andere wichtige Aspekte – Überschul­dungsprobleme auf und auch das Spar­ und Anlegeverhalten fällt risikoreicher aus. Diese fehlende finan­zielle Grundbildung ist für Kinder aus sozioökonomisch schwächeren Haushalten besonders problema­tisch, da finanzielle Fehlentscheidungen nicht einfach durch das Vermögen der Eltern ausgeglichen wer­den können. Zudem gibt es einen starken Einfluss des Elternhauses auf die Berufswahlentscheidungen der Jugendlichen.

Durch bessere Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und einer gezielteren Berufsvorbereitung in den Schulen können bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen geschaffen werden

Würde helfen, mehr Quereinsteiger aus der Wirtschaft als Lehrkräfte zu gewinnen?

Schleswig-Holstein liegt auf Rang 11 und hat sich in der Summe seit 2013 nur um 1 Punkt verbessert.

Berlin – Schleswig-Holstein rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf Rang 11 der 16 Bundesländer und hat sich im Vergleich zum Jahr 2013 leicht verbessert (um 1,7 Punkte; zuvor um 0,7 Punkte verschlechtert; seit 2013 im Schnitt also um nur 1 Punkt verbessert (Quelle: Seite 136, Tabelle über Veränderungen zu Vorjahren)

SH schneidet in den untersuchten Handlungsfeldern sehr unterschiedlich ab:

  • Stärken weist Schleswig­Holstein bei den Handlungsfeldern:
    • Zeiteffizienz (Platz 1)
    • Bildungsarmut (Platz 4)und
    • Schul­qualität (Platz 6) auf.
  • Verbesserungsbedarf besteht insbesondere im Bereic:
    • Hochschule und MINT,
    • bei der Internationalisierung,
    • Digitalisierung (siehe 2018)
    • der Förderinfrastruktur,
    • bei der Forschungsorientierung,
    • der Ausgabenpriori­sierung und
    • bei den Betreuungsbedingungen (Abbildung 4­16).

INSM-Handlungsempfehlungen für SH

Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Schleswig-Holstein hat im Bereich der Schulen Nachholbedarf bei der Digitalisierung und sollte auch bei der beruflichen und akademischen IT-Ausbildung und der Forschung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der IT-Ausbildung an Hochschulen Fortschritte erreicht werden konnten.

Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

Stärken von SH

Zeiteffizienz (BM 2019: 1. Platz): Bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist das Land relativ weit vorangekommen. Im Jahr 2017 begannen 77,3 Prozent der Studienanfänger in Schleswig-Holstein einen der neuen Bachelorstudiengänge. Im Bundesdurchschnitt belief sich dieser Anteil auf 72,5 Prozent. Auch die Wiederholerquoten waren im Jahr 2017 in Schleswig-Holstein geringer als in den meisten anderen Bundesländern. An den Grundschulen lag sie bei 0,3 und im Bundesdurchschnitt bei 0,5 Prozent. Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I betrug 1,5 Prozent und im Bundesdurchschnitt 2,8 Prozent.

Bildungsarmut (BM 2019: 4. Platz): In verschiedenen Kompetenzerhebungen (IQB) ist sowohl bei den Kindern aus der 4. Klasse als auch bei denen aus der 9. Klasse nur ein unterdurchschnittlicher Anteil zur Risikogruppe zu zählen. Zudem fiel die Absolventenquote des Berufsvorbereitungsjahres mit 68,3 Prozent im Jahr 2017 deutlich höher aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (50,0 Prozent). Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss fiel im Jahr 2017 jedoch mit 7,5 Prozent in Schleswig-Holstein schlechter aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (6,3 Prozent).

Schwächen und damit Potenziale von SH

Förderinfrastruktur (BM 2019: 16. Platz):

Bei den drei- bis sechsjährigen Kindern lag die Ganztagsquote in Schleswig-Holstein 2018 mit 35,0 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts von 45,9 Prozent. Deutlich unterdurchschnittlich war auch die Ganztagsquote bei den Grundschülern und den Schülern aus der Sekundarstufe I. Im Jahr 2017 betrug der Anteil 20,9 Prozent bzw. 30,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: 41,6 bzw. 44,8 Prozent).

Hochschule und MINT (BM 2019: 15. Platz):

Kurz: Die Relation der Studienabsolventen an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter war im Jahr 2017 der geringste in ganz Deutschland. Die Akademikerersatzquote betrug ebenso wie in Brandenburg 3,5 Prozent (Bundesdurchschnitt: 4,9 Prozent). Zudem war der MINT-Anteil am wissenschaftlich-künstlerischen Personal an den Hochschulen der niedrigste von allen Bundesländern.

Detaillierter: Im Jahr 2017 verließen Schleswig-­Holstein mehr Studienan­fänger als aus den anderen Ländern zuwanderten. In Relation zur Zahl der Schulabsolventen aus Schles­wig­Holstein, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, zieht Schleswig­Holstein die wenigsten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Daher war der Anteil der Studienabsolven­ten an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Jahr 2017 auch der geringste in ganz Deutschland.

Die Akademikerersatzquote betrug ebenso wie in Brandenburg 3,5 Prozent (Bundesdurch­schnitt: 4,9 Prozent). Beim Anteil der Absolventen an der 25 ­bis 40­jährigen Bevölkerung nimmt Schles­wig­Holstein den vorletzten Platz ein. Darüber hinaus betrug der Anteil der Absolventen eines ingenieur­wissenschaftlichen Studiums an allen Absolventen im Jahr 2017 15,8 Prozent und liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt von 19,3 Prozent.

  • Beim Anteil der Absolventen in Mathematik, Naturwissenschaf­ten und Informatik wurden dagegen überdurchschnittliche Werte erreicht, Schleswig­Holstein erzielt hier den besten Wert aller Bundesländer (Schleswig­-Holstein: 17,4 Prozent; Bundesdurchschnitt: 13,6 Prozent).
  • Mit 5,9 Prozent fiel der Anteil der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften zu den sozial­versicherungspflichtig beschäftigten Ingenieuren wiederum unterdurchschnittlich aus (Bundesdurch­schnitt: 6,8 Prozent).
  • Zudem war der MINT­-Anteil am wissenschaftlich­-künstlerischen Personal an den Hochschulen der niedrigste von allen Bundesländern.

Frage dazu: Wie geht das? MINT-Absolventen in SH sind die besten, obwohl in keinem anderen Bundesland mehr MINT-Personal an den Hochschulen fehlt?

Betreuungsbedingungen (BM 2019: 14. Platz):

Die Schüler-Lehrer-Relation fiel insbesondere in der Sekundarstufe II und an den Ganztags-Berufsschulen ungünstig aus. In der Sekundarstufe II kamen im Jahr 2017 rechnerisch auf eine Lehrkraft 15,4 Schüler. Dies ist die schlechteste Relation aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 12,0). Eine unterdurchschnittliche Betreuungsrelation besteht weiterhin an den Hochschulen. Auf eine Lehrkraft (Professor, Dozent, Lehrbeauftragter) kamen im Jahr 2017 22 Studierende (Bundesdurchschnitt: 17,7).

Forschungsorientierung (BM 2019: 14. Platz):

Das Volumen der eingeworbenen Drittmittel lag im Jahr 2016 gemessen an der Anzahl der Professoren mit 97.800 Euro deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (144.000 Euro). Zudem fiel die Promotionsquote in Schleswig-Holstein im Jahr 2017 unterdurchschnittlich aus (Schleswig-Holstein: 4,4 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,7 Prozent).

Internationalisierung (BM 2019: 13. Platz):

Nur wenige Bildungsausländer studierten im Jahr 2017 in Schleswig-Holstein. Der Anteil an allen Studierenden war mit 6,3 Prozent der niedrigste Wert (Bundesdurchschnitt: 10,3 Prozent). Weiterhin fiel in Schleswig-Holstein im Jahr 2017 der Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht mit 49,2 Prozent deutlich unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 65,7 Prozent). Beim Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht erzielte Schleswig-Holstein dagegen einen überdurchschnittlichen Wert. Die Englischkompetenzen der Schüler im Hören und im Leseverständnis fielen ebenfalls überdurchschnittlich aus.

Das SH-Profil als PDF-Download

Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe! Sind  “Kreativität” und “Begeisterung” das, was Menschen zukünftig brauchen? Was die Wirtschaft braucht? Dies ist ein Essay zum Thema „neue Arbeitswelt“ und „Bildung“ im Rahmen der digitalen Transformation, nach einem Gespräch mit Gerald Hüther, Neurobiologe & Autor populärwissenschaftlicher Bücher. Hierin versucht die Autorin u.a., die Zusammenhänge zwischen Bildung / Schulsystem und Wirtschaft / digitale Arbeitswelt herauszukristallisieren.

Als Forscher sieht Hüther die Verbreitung und Nutzbarmachung von Erkenntnissen aus der Hirnforschung als seine zentrale Aufgabe an. Ziel ist, Lebensbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, menschliche Potenziale zur Entfaltung zu bringen – nicht nur im Bereich Erziehung und Bildung. Als Vorstand der „Akademie für Potenzialentfaltung“ berät er hierzu auch auf der Ebene der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Autorin dieses Essays, Susanne Braun-Speck, ist seit 1996 in der IT-/Medien-Branche tätig und Mutter eines hochbegabten Mädchens, welche im hiesigen Schulsystem zum „Underachiever“ geworden ist. Mit Gerald Hüther sprach sie erstmalig im Rahmen des XING #NWX19 Events in der Elbphilharmonie in Hamburg und konnte danach mit ihm über seine Sichtweisen und möglichen Lösungen etwas länger sprechen.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de).  Portrait von Gerald Hüther (privat), Foto von der NWX19: #SBraunSpeck

Gerald Hüther eröffnete die NWX19 in der Elphi (Foto: #SBraunSpeck)

 


Auf der „New Work Experience“ am 7. März 2019 ging es um die Arbeitswelt der Zukunft. Gerald Hüther lieferte morgens um zehn Uhr die Auftakt-Rede im großen Saal der Elbphilharmonie. Zusammenfassend erklärte er den Teilnehmern, das Kreativität und selbstbestimmtes Lernen sowie Arbeiten mit Begeisterung zukünftig von noch höherem Wert für Gesellschaft und Wirtschaft sein werden.

Denn: KI – künstliche Intelligenz – wird sehr viele Tätigkeiten von Menschen ablösen. Aber kreatives Denken und Entwicklungsarbeit kann sie nicht leisten! Hier wird der Mensch unersetzlich bleiben.

Damit Kinder kreative Entwickler für die Arbeitswelt der Zukunft werden können, brauchen sie ein Lernumfeld, dass selbstbestimmtes, motiviertes und kreatives Lernen zulässt. Darin liegt die Verbindung zwischen den Themen „Lernen/Bildung“ und „New Work“.

Die Bildungs- / Schullandschaft ist nur ein Abbild unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Dieser Zusammenhang veranlasste den Neurobiologen dazu, die „Akademie für Potenzialentfaltung“ zu gründen. Bei ihr geht es darum, Gemeinschaften entstehen lassen, in der die freie Entfaltung von Talenten und Begabungen möglich ist. Aktuell begleitet er ein Stadtentwicklungsprojekt in Tulln dazu, einer Bezirkshauptstadt an der Donau. Hüther ist so in die gesamtgesellschaftliche Diskussion zur Transformation in die digitale Zukunft geraten. Dafür notwendige Veränderungen sind nicht nur in der Bildung, sondern in der gesamten Gesellschaft, jeder Kommune, jedem Sportverein und natürlich auch in der „neuen Arbeitswelt“ der Wirtschaft notwendig. Dazu sprach er auf der „New Work Experience“

2013 erhitzte er mit dem Buch „Jedes Kind ist hoch begabt“ (siehe amazon) die Gemüter. Unabhängig vom Buchtitel wird allgemein zwischen den Begrifflichkeiten „hochbegabt“ und „hoch begabt“ mit Leerzeichen unterschieden. Meinte er vielleicht eher „Talent“ oder „Fähigkeit“? Vielleicht hätte der Titel „Jedes Kind hat ein Talent“ es besser getroffen? Auf jeden Fall ist in jeder Gesellschaft etwas Anderes wichtig und wird etwas Anderes als besondere Begabung bezeichnet. Im Regenwald zählen zum Beispiel mathematische Fähigkeiten gar nichts.

Fakt ist: Mit der heutigen digitalisierten Gesellschaft verändert sich auch, was ein wichtiges Talent ist, und was nicht. Das Industriezeitalter ist vorbei. Heute und in der digitalen Zukunft sind andere Fähigkeiten wichtig, als noch vor wenigen Jahren.

Auf der #NWX19 sprach nicht nur Gerald Hüther davon, dass Mitarbeiter der Zukunft deutlich kreativer sein müssen.

Doch wie kann selbständiges Denken und Kreativität bei Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern gefördert werden? Unter welchen Bedingungen können sie ihre Talente entfalten? Wie, fragte sich die Autorin, wieder aktiviert werden, wenn deren Hirn im langweiligen Frontalunterricht von Schulen oder in Firmen, mit festgeregelten Arbeitsalltag, längst abgeschaltet hat?

Neurowissenschaftler Hüther meinte, dafür werden lokale Initiativen benötigt, die Schritt für Schritt vormachen, wie es gehen kann und dafür sorgen, dass sich die Transformation mit der Zeit flächendeckend durchsetzt. Durchaus auch mit digitalen Lernprojekten, wie Media4Schools von sii-kids, bei denen kreative und agile Methoden gelebt und digitales Arbeiten erfahren wird?

Auf jeden Fall wird die Welt in der Zukunft stark digitalisiert sein – Industrie 4.0 heißt sie in der Wirtschaft. In 20 Jahren soll künstliche Intelligenz die Routineaufgaben von Menschen übernommen haben – nicht nur in der industriellen Produktion und dem Autofahren, nein, auch bis hin zu Hochschuldozenten, die Semester für Semester Wiederholungen durchführen. Wiederholungen, feste Abläufe, sind automatisierbar und können grundsätzlich von KI übernommen werden.

Damit der einzelne Mensch in der digitalen Welt von morgen noch eine Rolle spielt, muss er zum Entwickler werden. Zum kreativen Entwickler, der sich für seinen Job begeistert.

Doch: unser Schulsystem fördert kreative und freie Entwicklung nicht; viele Schüler haben aufgrund von starren und langweiligen Unterricht die Lust am Lernen verloren. Kurz: Die Motivation wurde geraubt.

Fähigkeiten können sich nur entwickeln und Leistung entstehen, wenn aus intrinsischer Motivation heraus gehandelt wird. Das heißt, wenn Menschen aus eigener Motivation heraus lernen möchten. Zum Beispiel, weil sie sich für ein Thema interessieren, daran Freude haben oder es ihren Stärken entspricht oder sie sich anderweitig dazu ermutigt fühlen – zum Beispiel, wenn sie sehen, wie jemand anderes Freude an dem jeweiligen Thema hat. Belohnungs- und Bestrafungssysteme zählen dagegen nicht zu den Motivations-Förderern.

Doch welches (Berufs-) Schulsystem lässt Schüler ihre Lerninhalte nach Interesse wählen?

Für alle Schulen gibt es vorgeschriebene Lernpläne, die Lehrer ihren Wünschen entsprechend ausgestalten können. Daraus folgt oft lehrer- anstatt schülerzentrierter Unterricht. Beim schülerzentrierten Unterricht würde das Lerngeschehen wesentlich durch die Lernenden und ihre Interessen, Impulse und Aktionen bestimmt werden. Sie könnten dabei möglichst selbst Etwas erarbeiten, kritisch miteinander diskutieren und Lerntempo und Lernziele weitestgehend selbst bestimmen.

Praktisch wird das aber im allgemeinen sowie beruflichen Schulalltag viel zu selten gelebt, kreatives Arbeiten kaum gefördert und gefordert. Themen Auswählen geht nur im untergeordneten Sinne, zum Beispiel bei Projektarbeiten. Die gibt es in der Regel einmal im Schuljahr für ein Fach oder fächerübergreifend und werden überwiegend Zuhause durchgeführt, anstatt im Unterricht – der bleibt, so wie er bisher war. Außerdem ist das Regelwerk, wie solche Projektarbeiten inhaltlich und optisch gestaltet werden müssen, oft so eng, dass jegliche kreative Entwicklungsfreiheit schon im Ansatz unterdrückt wird.

Doch: Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe!

Was Gesellschaft und Wirtschaft zukünftig an Nachwuchs brauchen, liefert das Bildungssystem bisher kaum. Wie können Begeisterung, Motivation, Kreativität und Lernwille, bei demotivierten Kindern und Jugendlichen wieder entfacht werden? Was braucht es dazu noch? Wie bereiten wir sie auf die Zukunft vor? ….
Der weitere Text wird gerade noch geschrieben …


Nachtrag für Eltern hochbegabter und vermeitlicher ADHS-Kinder:

Gerald Hüther vermittelt als Hirnforscher seit vielen Jahren, dass Schüler, die den Unterricht in der Schule durch (Hyper-) Aktivität stören, nicht nach dem Krankheitsbild ADHS behandelt werden sollten. Das oft verschriebene Medikament „Ritalin“ greift seines Erachtens tief in die Entwicklung des Gehirns von Kindern und Jugendlichen ein und übernimmt die Impulskontrolle – auf Dauer. Es verändert die Gehirnstrukturen nachhaltig, und raubt so viele Fähigkeiten. Da seiner Erfahrung nach insbesondere oft bei Jungs in der vierten Klasse die Diagnose „ADHS“ gestellt wird und sie alle kaum plötzlich „krank“ geworden sein können, kann es kein medizinischer Grund sein, der dazu führt. Vielmehr stellt Hüther das deutsche Schulsystem infrage, was ihn vor Jahren schon in den Mittelpunkt einer generellen Auseinandersetzung zum Thema Bildung stellte.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de). Foto oben: Gerald Hüther auf der xing #nwx19 bei seiner Eröffnungsrede im großes Saal in der „Elphi“, Foto: xing

Auch hochbegabte Kinder versagen in der Schule, liefern nicht ab und/oder werden depressiv? Für das, was Hirnforscher mit dem Einschlafen des Frontalshirns bei langweiligem Unterricht erklären, gibt es jetzt statische Zahlen, denen niemand widersprechen kann.

Die Hattie-Studie beruht auf 1.400 Meta-Studien und ihre Ergebnisse werden als unumstößlich gewertet. Warum manche Hochbegabte trotz ihres hohen IQ´s schlechte Noten abliefern, wird in dem Buch „Visible Learning“ schnell klar. Die Tabelle darin auf Seite 143 zeigt, was die schädlichsten Faktoren – die „Verhinderer“ für gute Schulleistungen sind:

  • Angst (-37)
  • ADHS (-0,90)
  • Depressionen (-35)
  • Langeweile (-0,49)
  • körperliche Züchtigung im Elternhaus (-33)
  • Unbeliebtheit in der Klasse (-23) (dieser Punkt steht auf einer anderen Buchseite)
  • Fernsehen (-15)

Die beiden fettmarkierten – ADHS und Langeweile – sind nicht nur die Faktoren, die sich am negativsten auf Schulleistungen auswirken. Nein, sie treten bei hochbegabten Kindern und Jugendlichen häufiger auf. Wichtig: ADHS-ähnliche Symptome (innere Unruhe/Nervosität) entstehen auch durch Unterforderung, weswegen „zappelige“ hochbegabte Schüler oft in die falsche Schublade gesteckt werden.

Ergänzend zum Punkt „körperliche Züchtigung“ und „Angst“: In „Visible Learning“ wird über körperliche und seelische Gewalt in der Schule (verbale Herabwürdigungen, Mobbing, tätliche Angriffe, etc) nicht gesprochen, aber jeder Psychologe würde das wohl dem Punkt „körperliche Züchtung zuhause“ gleichsetzen (Annahme der Redaktion). Depressionen folgen natürlich nicht selten auf so etwas…

Kurz: Hochbegabte versagen häufig wegen Langeweile im Unterricht, was nach ADHS der zweitschädlichste Faktor beim Lernen ist!

Bedürfnispyramide von Maslow (Grafik: Susanne Braun-Speck)

Das Zusammenspiel von mehr als 250 Faktoren macht laut John Hattie und Klaus Zierer guten Unterricht aus und bildet gute Schüler heran, oder – eben nicht.

Dazu gehören auch sehr viele Wohlfühlfaktoren (von der Stimmung in der Klasse, Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, Anerkennung, Selbstwert, uvm.), die in schnell erfassbarer Form aus der Bedürfnispyramide von Maslow (klick für Details dazu) erfassbar sind.

Bereits vor Jahren hat sii-kids übrigens das 4+1 Schulprojekt in Kiel besucht, im dem hochbegabte Schüler das Lernumfeld finden, das sie brauchen: https://sii-kids.de/4-1-begabten-foerderung/ Wer zunächst wissen möchte, was im Einzelnen passiert, wenn hochbegabte Kinder nicht gefördert werden, könnte diesen Beitrag lesen. Wer es emotionaler mag und fühlen möchte, wie das ist, liest diesen Text in Versform.

Leider verschwenden selbst die Fähigsten oft ihre Talente. Nur Abhängen und sich nicht besonders gut entwickeln, sind das kleinste Problem …

Besonders kreative und / oder begabte Kinder werden oft nervig-zappelig, sensibel-einsam oder gelangweilt-zurückhaltend, wenn sie z.B. keine Lern-Umgebung haben, die ihrem Naturell entspricht – oft wird kein entdeckendes und selbstaktives Lernen in Schulen angeboten. Dort fallen solche Schüler dann negativ auf oder gehen in der Masse unter – und leiden selbst darunter.

  • Ihre angeborenen Fähigkeiten verkümmern, entwickeln sich nicht.
  • Sie zeigen Hyperaktivität und Unruhe und werden mit ADHS-krank verwechselt.
  • Viele ziehen sich innerlich zurück, werden Außenseiter. Viele Kinder sagen: sie fühlen sich auf dem Schulhof immer so allein (Gleichgesinnte fehlen). Die Folge davon: erst “nur” Traurigkeit; langfristig: Depression.
  • Selbstwertprobleme / Minderwertigkeitskomplexe sind an der Tagesordnung
  • Einige neigen zur Selbstaufgabe. Gerade Mädchen versuchen sich dem Mittelfeld anzupassen, um dazuzugehören! Dafür geben sie ihre Talente auf.
  • Durch die oft parallel auftretende hohe Sensibilität / Empathie sind hochbegabte Kinder oft emotional stärker belastet und geraten schneller in Stresssituationen.
  • Für viele Menschen kaum nachvollziehbar: Solche Kinder versagen in der Schule und …
    • schalten ab, bekommen nichts mehr mit; bleiben im Stoff zurück
    • zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen
    • Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
    • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
    • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
    • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
    • verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)
  • und anderes

Dies, weil ihnen das förderliche, verständnisvolle Lernumfeld fehlt. Lies dazu gerne auch den Blog-Artikel: „Hirnforschung – hochbegabte Kinder lernen anders„.

Fälschlich als ADHS-krank eingestufte Kinder bringen Eltern zum Weinen.

Die ggü sii-kids am häufigsten genannten Dramen sind das Versagen in der Schule und die ganze ungerechtfertigte Kritik, die auf die Kinder und Eltern prasselt. Und: Die damit verbundenen Selbstwertprobleme. War im Kindergartenalter alles gut, beginnt dieses Drama mit der Einschulung.

Leider herrscht ganz viel Unwissenheit zu dem Thema Hochbegabung – nicht ohne Folgen! Eine ganze Reihe der Wesensarten von Hochbegabten zeigen zum Beispiel auch ADHS-kranke Kinder. In diese „Schublade“ werden entsprechend viele von Ärzten und Lehrern gesteckt und nicht selten sogar mit Ritalin behandelt. Eltern, die ahnen, dass es eigentlich ganz anders ist, sind oft hilflos – selbst mit passendem Attest wird ihnen teilweise in den Schulen kein Glaube geschenkt. Die Kinder selbst werden nicht selten todunglücklich, falsch mit Medikamenten „behandelt“, gehen für sich selbst und die Gesellschaft verloren und:

Schlechte Schulnoten verbauen ihnen die Zukunft.

Ausbildungsbetriebe achten (leider) oft nur auf Noten, anstatt auf angeborene Fähigkeiten zu setzen. Dabei können lange brachliegende Talente durchaus später entdeckt und entwickelt werden! Es gibt tatsächlich nicht wenige Berechte darüber, wie Hochintelligente in der Schule schlecht waren und sich in der Ausbildung oder im Studium z.B. als Mathe-Ass entpuppten.

Beispiel: Ein Punk mit Hauptschulabschluss ohne Chance?

Vor mehr als 15 Jahren gab Vereinsvorstand Susanne Braun-Speck (damals Ausbilderin in einem IT-Personalunternehmen), einem jungen Oldesloer seine Chance. Sie und der Schüler lernten sich zuvor über einen Grafiker kennen und arbeiteten zusammen an einem Web-Projekt. Er bat darum, bei ihr ausgebildet zu werden; sie machte es mithilfe der IHK zu Lübeck möglich.

Er war Punk mit schlechtem Hauptschulabschluss. Mit Zahnlücke, Ratte, ungepflegtem Äußeren, Depressionen und Aggressionen. Anders war er schon irgendwie … und dachte in Nullen und Einsen – wie Programmierer es eben tun. Deutsch? Betriebswirtschaftliches Denken? Zeugnisnoten? Alles schlecht.

Doch Susanne sah seine versteckten Fähigkeiten und bildete ihn zum IT-Systemkaufmann aus.

Als Hauptschüler saß er in der Berufsschule zwischen Abiturienten. Mit der Zeit wurde ihm klar, dass er ihnen trotzdem das Wasser reichen konnte. Den Unterschied zwischen Brutto und Netto begriff er allerdings bis zum letzten Ausbildungstag nicht. Aber er entwickelte gemeinsam mit seiner Chefin ein Controlling-System für ein Franchisesystem; baute diverse Netzwerke auf, programmierte Websites und vieles mehr. Alles was mit Programmierung und System-/Netzwerk-Management zu tun hatte, musste er sich praktisch selbst erarbeiten – seine Ausbilderin war Kauffrau und Kreative …

Im Bereich „Mathe“ ist er relativ sicher hochbegabt. Zum Ende seiner Ausbildung waren Zahnlücke und Ratte weg, dafür trug er bei passenden Gelegenheiten einen Anzug!

Geschäftspartner und Kunden lobten stets sein zuvorkommendes Verhalten: Er war ein sehr beliebter Ansprechpartner in der Firma, Beratungs- und Vertriebsaffin. Dieser schlechte Schüler hatte im verständnisvollen Umfeld seine versteckten Fähigkeiten entwickelt und seinen Weg gefunden – mit Hilfe einer Ausbilderin, die sein wahres Ich gesehen hat. Er war gut in seinem Job. Sehr gut sogar.

Im Anschluss arbeitete er viele Jahre lang als IT-Supporter, dies mit einer Vielzahl an Überstunden, die er gerne leistete. Jetzt und heute arbeitet er als …

Anwendungsentwickler an einer Uni – ohne jemals selbst studiert zu haben.


  • Lesen Sie hier, was Sie als Eltern oder Lehrer tun können.
  • Oder unterstützen unsere Arbeit als Sponsor.

Linksammlung:

  • https://www.nibis.de/~infosos/mathe-spielend.htm
  • https://www.mathekreativ.ch/
  • https://www.wissenschaftsjahr.de/2008/
  • unser Matthias-Claudius-GeoCach in Reinfeld

Binnendifferenzierung-Praxisbeispiele

(Autor: SuS) Besonders lebhafte, begabte und kreative Kinder langweilen sich sehr schnell im Unterrricht. Zum einen, weil sie oft schneller begreifen als ihre Mitschüler. Zum anderen, weil es ihnen schwerfällt, nur zuzuhören. Sie agieren lieber selbst und lernen dabei auch besser.

Im Unterricht könnten diese besonders lebhaften, begabten und kreativen Schüler, von den Lehrern „angestiftet“ werden, zum Beispiel Folgendes tun:

Quellenangabe: mit Ideen von A. Schönberg, IQSH, Kiel

Material

  1. Bringe Dein eigenes Material zum Thema mit in den Unterricht, z. B.: Bücher / Zeitungsberichte/ Bilder/ Rätsel/ Texte aus dem Internet…
  2. Erstelle eigenes Anschauungsmaterial, mit dem Du wichtige Zusammenhänge zum Thema darstellst, z.B.: Skizzen/ Mind Maps/ Tabellen/ Lernplakate/ Bilder/ Diagramme/ Collagen/ Tafelbilder…
  3. Erstelle eine Liste mit Internetseiten, die Informationen zum Thema bereitstellen.
  4. Stelle eine Bücherkiste zum Thema zusammen (Schulbücherei / Leihbücherei).
  5. Entwickle, z.B. mit Hilfe eines PC- Programms, Übungsmaterial zum Thema.

Mitarbeit

Wichtig: Damit deine Lehrkraft erfahren kann, dass du gerade „Langeweile im Kopf hast“ oder Wartezeiten sinnvoll überbrücken möchtest, vereinbare (Hand-) Zeichen mit ihr. Sie muss dir ebenfalls mit (Hand-) Zeichen das OK geben, dass du selbstständig arbeiten darfst, wie folgt (Beispiele):

  1. Überlege Dir eine eigenständige Forschungsfrage zum Unterrichtsthema, die Du z.B. anstelle der Hausaufgaben bearbeiten kannst.
  2. Bearbeite weitere Übungsaufgaben, die im Ordner/Ablagefach___________ zu finden sind.
  3. Entwickle während der Stunde ein Tafelbild, das die Inhalte des Unterrichts zusammenfasst.
  4. Erfinde eigene Aufgaben und notiere die dazugehörigen Lösungen, Du könntest sie z.B. als Übungsmaterial zur Verfügung stellen.
  5. Hilf anderen.
  6. Arbeite still an eigenen, komplexeren Aufgaben, die Du in Dein Lerntagebuch einträgst. Dafür musst Du (nach Absprache) keine Hausaufgaben erledigen.
  7. in Wartezeiten: Du könntest ein Buch lesen und eine Buchvorstellung vorbereiten.
  8. Erfinde eigene Rätsel- oder Quizfragen zum Unterrichtsinhalt, die Du am Ende der Stunde vorstellen kannst.

-> Wenn du vor Energie platzt, darfst du auch einmal die Treppen hoch und runter laufen – nach Absprache mit deiner Lehrkraft.

Hausaufgaben:

  • Erstelle Deine Hausaufgaben nach eigenem Ermessen. Diese Regelung gilt, wenn die Klassenarbeiten mindestens mit der Note „gut“ ausfallen.
  • Schreibe eigene Texte, Gedichte oder Geschichten, die Dir zu dem behandelten Thema einfallen.
  • Dokumentiere im Lerntagebuch, wie Du beim Lernen vorgegangen bist.
  • Fällt es Dir schwer, Deine vielfältigen Gedanken aufzuschreiben, kannst Du die Texte (z.B. bei Aufsätzen) auch auf ein Tonbandgerät aufnehmen.
  • Statt der Hausaufgaben kannst Du auch ein Kurzreferat zum Thema halten.
  • Du könntest auch Aufgaben aus einer höheren Jahrgangsstufe bearbeiten (Teil-Akzeleration)
  • Erstelle Übungsmaterial für MitschülerInnen, z.B. in Form von Rätseln / Quizfragen/ Memoryspielen / Arbeitsblättern, …
  • Du kannst die Hausaufgaben durch Unterrichtsprotokolle ersetzen. Wende dazu z.B. die „Fünf- Satz – Methode“ an. Links dazu:

Infos zu Methoden wie Mind Mapping / Rätsel / Lernplakate / … findest Du z.B. hier:

Fragen an den Autor schreibe an: kontakt@sii-kids.de

Legasthenie kann jeden treffen – auch Hochintelligente

Eltern von 4.-Klässlern bekommen zurzeit Formschreiben der Schulen bezüglich Lese-Rechtschreib-Schwächen (Legasthenie). Das Ministerium für Bildung und Frauen hat erlassen, dass Schüler der vierten Klassen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche gefördert werden müssen. Schritt 1 dafür ist die Testung mit dem Intelligenztest „CFT 20-R“ und dem Rechtschreibtest „DRT 4“. Was spricht dafür und was dagegen?

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Bericht-Serie; Teil 1 von 2 (ca. 5.400 Zeichen mit Leerz.)

Bargteheide federführend

Hochbegabtenförderung an Schulen im Kreis Stormarn

Hintergrund: Im Oktober 2013 befragte sii-kids & talents e.V. (i.G.) 21 Schulen im Kreis Stormarn und Großraum Lübeck, ob und wie sie Hochbegabte fördern. Die per E-Mail angeschriebenen Schulen sind weiterführende Schulen (ab 5. Klasse), welche laut dem Bildungsministerium Schleswig-Holstein entweder SHiB- und/oder Enrichment-Schule sind. Den Fragebogen haben 13 Schulen ausgefüllt und per Post oder E-Mail zurückgesendet. 12 davon, mehr als die Hälfte, fördern hochbegabte Schüler mit besonderen Maßnahmen.

In Großhansdorf haben mittlerweile alle Schulen den Startschuss zur Hochbegabtenförderung gegegeben. Die Grundschule Wöhrendamm ist seit 2011 in kleinem Rahmen mit Enrichment dabei. Das Emil‐von‐Behring Gymnasium sowie die Friedrich-Junge-Schule (Gemeinschaftsschule) bieten erste Förderung an und entwickeln zurzeit ein Begabtenförderungskonzept. Das Gymnasium setzt z.B. auf „ROBERTA“ – Das Lernen mit Robotern zu MINT-Themen. Hier können begabte, leistungsstarke Schüler z.B. auch Klassen überspringen. Ein spezielles Hochbegabten-Förderungskonzept ist in Planung.

In Reinfeld setzt die MCS klare Zeichen: Die Matthias-Claudius-Grundschule nimmt am SHiB-Projekt des Bildungsministeriums teil. „SH i B steht für „Schleswig-Holstein inklusive Begabtenförderung “ . Das ShiB-Prädikat wird an Schulen vergeben, die (Hoch-) Begabte mit ihren Stärken und gegebenenfalls (Lern-) Schwierigkeiten im Unterricht erkennen und besonders fördern. Dafür qualifzieren sich die teilnehmenden Schulen innerhalb von 2-3 Jahren. Dazu müssen sie z.B. eine Projektgruppe gründen, Lehrkräfte intensiv weiterbilden, 2 davon als „schulische Beratungslehrkraft Begabtenförderung“; ein entsprechendes Schulkonzept entwickeln und vieles mehr.

Doch: Auch in Reinfeld darf Hochbegabtenförderung nicht irgendwann einfach aufhören. Sie muss sich durch die gesamte Schullaufbahn ziehen – auch oder gerade auf Gesamtschulen. Dort gibt es erfahrungsgemäß die meisten Underachiever (Schüler, deren Leistungen unter ihren Fähigkeiten bleiben = schlechte Noten, trotz hoher Intelligenz).

Die Anne-Frank-Schule in BargtheideBeste Schule Deutschlands 2013 – macht es vor: Begabtenförderung ist dort fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Pro Jahrgang hat die Anne-Frank-Schule circa 5% auf Hochbegabung getestete Kinder und bietet ihnen spezielle Förderung an, wie z.B.: EnrichmentMaßnahmen, Schülerpatenschaften, das Drehtürmodell, Forschendes Lernen, individuelle Beratung und vieles mehr. Grundsätzlich legt diese Gemeinschaftsschule hohen Wert auf individuelle Förderung jeden Schülers und selbstbestimmtes Lernen (was u.a. die Eigenmotivation fördert).

Bargteheide, als Gemeinde, liegt weit vorn! Nicht nur die Anne-Frank-Schule, sondern auch die Grundschulen und Gymnasien sind sich bewusst, dass Begabtenförderung ein wichtiger Bestandteil jeder Schule sein muss. Das Gymnasium Eckhorst bietet z.B. Enrichmentkurse und Klassenüberspringen an. Das Kopernikus Gymnasium hat ein richtiges Begabten-Förderungs-Konzept! Die wichtigsten Merkmale sind:

  • „Masterclass“ :- Enger und persönlicher Kontakt zu den Schülern und Eltern
  • Kontakt unter den Enrichmentschülern ( Ausflüge, gemeinsame Treffen zu einem Thema, z.B. Schülerakademie )
  • Einbindung von Maßnahmen in den Unterricht (Drehtürmodell , selbstbestimmtes Lernen)
  • Ermutigung und persönliche Ansprache für Teilnahme an Wettbewerben und Akademien (Junior- und Schülerakademie, Mintworkshops, Jugend forscht)
  • Anerkennung der Leistung einzelner Schüler durch die Vergabe besonderer Aufgaben ( Sprachunterricht für Gastschüler, Lerncoaches, Nachhilfe )
  • Förderung besonders begabter Schüler durch Anbieten besonderer Lernformen (Tandem: Latein und Französisch als 2.Fremdsprache, mögliche Teilnahme am Unterricht in höheren Klassen)

Und die Kreisstadt? In Bad Oldesloe sind die Schulen Zug-um-Zug aktiv geworden. Die Stadtschule (Grund-) ist ShiB- und Enrichment-Schule und hat das erste „Lego Education Innovation Studio (LEIS)“, einen Erlebnisraum zum Erfinden, Erforschen und Entdecken. Die „Ida Ehre Gemeinschaftsschule“ setzt stark auf Binnendifferenzierung und die Theodor-Mommsen-Schule (Gymnasium) ist ShiB-Schule, arbeitet zur Zeit am Konzept. Vier Lehrer nehmen an der ShiB-Ausbildung teil. Das Gymnasium setzt auf Sprachen, bietet z.B. „Tandemlernen“ der 2./3. Fremdsprachen in Klasse 6 an (Tandem ist eine Sprachlernmethode, bei der sich zwei Personen mit unterschiedlicher Muttersprache gegenseitig die jeweils fremde Sprache beibringen). Außerdem wird auch hier auf ROBERTA gesetzt; Klassenüberspringen ist möglich; Schülerpaten stehen bereit.

So sieht Hochbegabten-Förderung im Kreis Stormarn aus. Im nächsten Teil dieser Serie erfahren Interessierte mehr über Hochbegabtenförderung in Lübeck und Ostholstein.

Diese Informationen wurden von sii-kids & -talents e.V. (i.G.) recherchiert. Der Verein hilft dabei, “Hochbegabte” und „Kreative“ rechtzeitig zu entdecken und ihnen bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu helfen. Sii-kids & -talents wurde 2011 als private Initiative in Großhansdorf ins Leben gerufen. Am 2.11.13 fand die offizielle Vereinsgründung mit Sitz in Reinfeld statt.

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Übersicht:

Liste/Tabelle mit Kontaktdaten + Ansprechpartnern: Schulen schulen-mit-begabtenförderung-kreis-stormarn-+-luebeck.pdf

Einzelne Schulen mit angefügter pdf (die Umfrage wurde von den Schulen selbst ausgefüllt): Weiterlesen