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Auch hochbegabte Kinder versagen in der Schule, liefern nicht ab und/oder werden depressiv? Für das, was Hirnforscher mit dem Einschlafen des Frontalshirns bei langweiligem Unterricht erklären, gibt es jetzt statische Zahlen, denen niemand widersprechen kann.

Die Hattie-Studie beruht auf 1.400 Meta-Studien und ihre Ergebnisse werden als unumstößlich gewertet. Warum manche Hochbegabte trotz ihres hohen IQ´s schlechte Noten abliefern, wird in dem Buch “Visible Learning” schnell klar. Die Tabelle darin auf Seite 143 zeigt, was die schädlichsten Faktoren – die “Verhinderer” für gute Schulleistungen sind:

  • Angst (-37)
  • ADHS (-0,90)
  • Depressionen (-35)
  • Langeweile (-0,49)
  • körperliche Züchtigung im Elternhaus (-33)
  • Unbeliebtheit in der Klasse (-23) (dieser Punkt steht auf einer anderen Buchseite)
  • Fernsehen (-15)

Die beiden fettmarkierten – ADHS und Langeweile – sind nicht nur die Faktoren, die sich am negativsten auf Schulleistungen auswirken. Nein, sie treten bei hochbegabten Kindern und Jugendlichen häufiger auf. Wichtig: ADHS-ähnliche Symptome (innere Unruhe/Nervosität) entstehen auch durch Unterforderung, weswegen “zappelige” hochbegabte Schüler oft in die falsche Schublade gesteckt werden.

Ergänzend zum Punkt “körperliche Züchtigung” und “Angst”: In “Visible Learning” wird über körperliche und seelische Gewalt in der Schule (verbale Herabwürdigungen, Mobbing, tätliche Angriffe, etc) nicht gesprochen, aber jeder Psychologe würde das wohl dem Punkt “körperliche Züchtung zuhause” gleichsetzen (Annahme der Redaktion). Depressionen folgen natürlich nicht selten auf so etwas…

Kurz: Hochbegabte versagen häufig wegen Langeweile im Unterricht, was nach ADHS der zweitschädlichste Faktor beim Lernen ist!

Bedürfnispyramide von Maslow (Grafik: Susanne Braun-Speck)

Das Zusammenspiel von mehr als 250 Faktoren macht laut John Hattie und Klaus Zierer guten Unterricht aus und bildet gute Schüler heran, oder – eben nicht.

Dazu gehören auch sehr viele Wohlfühlfaktoren (von der Stimmung in der Klasse, Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, Anerkennung, Selbstwert, uvm.), die in schnell erfassbarer Form aus der Bedürfnispyramide von Maslow (klick für Details dazu) erfassbar sind.

Bereits vor Jahren hat sii-kids übrigens das 4+1 Schulprojekt in Kiel besucht, im dem hochbegabte Schüler das Lernumfeld finden, das sie brauchen: https://sii-kids.de/4-1-begabten-foerderung/ Wer zunächst wissen möchte, was im Einzelnen passiert, wenn hochbegabte Kinder nicht gefördert werden, könnte diesen Beitrag lesen. Wer es emotionaler mag und fühlen möchte, wie das ist, liest diesen Text in Versform.

Dass gute Schulnoten und Intelligenz nicht unbedingt zusammengehören, wird breitflächig diskutiert. Es gibt Kinder, die sich rein durch Fleiß sehr gute Noten verdienen und es gibt andere, deren Intelligenzquotient weit über dem Normalen liegt, die aber trotzdem in der Schule schlecht abschneiden. Diese werden “underachiever” genannt.

Häufung männlicher Underachiever

Sucht man nach einer Definition für Underachievement, so findet man gewisse Abweichungen. In einem aber ist sich die Fachwelt einig: Sogenannte Underachiever leisten nicht das, was eigentlich aufgrund ihres IQ erwarten wird. Noch schlimmer: Sie sind sogar oft so schlecht in der Schule, sodass sie das Klassenziel nicht erreichen. Hinzu kommt, dass die “Minderleister” häufig ein psychisch auffälliges Verhalten zeigen und damit schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Da verwundert es nicht, dass der Prozentsatz von “erkannten” Underachievern bei den Jungs höher liegt als bei den Mädchen. Sie zeigen häufig auffälligeres Verhalten und werden damit eher einem Schulpsychologen vorgestellt, der, mit ein bisschen Glück, die eigentliche Ursache herausfindet.

Ein Underachiever steht sich selbst im Weg

Das soziale Verhalten von Underachievern gilt als nicht besonders ausgeprägt. Manche grenzen sich auch ganz bewusst von anderen Kindern und Jugendlichen ab, zeigen eine negative Einstellung gegenüber der Schule und ein ineffektives Arbeitsverhalten. Ganz typisch scheint eine geringe seelische Stabilität zu sein; das Kind sieht sich selbst in einem schlechten Licht und hat kein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Es steht sich sozusagen selbst im Weg und glaubt nicht, seine Leistung positiv beeinflussen zu können. Doch den Underachiever an sich, den gibt es nicht, da sind sich die Fachleute einig. Also gibt es auch keine Standardlösungen für das Problem. Jeder betroffene Schüler muss als Einzelfall betrachtet und entsprechend unterstützt werden.

Problem betrifft etwa ein Zehntel aller Hochbegabten

Dass ein Großteil aller Hochbegabten zu den Underachievern zählt, ist ein Vorurteil. Das hat die sogenannte Rost-Studie, auch Marburger Hochbegabtenprojekt genannt, ergeben. Der Psychologie-Professor Detlef H. Rost und seine Kollegen gehen davon aus, dass sich unter den Hochbegabten etwa zehn bis 15 Prozent befinden, die dem Underachievement zugeordnet werden müssen. Das heißt, die Leistungen dieser Menschen lassen in keiner Weise auf eine Hochbegabung schließen. Zugegeben: Bei der oft auftretenden Symptomatik auf einen hochbegabten Menschen zu schließen, ist auch nicht das erste, was einem einfällt. Bei dem Problemschüler wird nur selten ein besonders hoher IQ vermutet. Allerdings sollten Lehrkräfte beziehungsweise Schulpsychologen bei einem auffälligen Kind immer auch diese Möglichkeit in Betracht ziehen und so vermeiden, dass ein möglicherweise hochbegabtes Kind letztendlich dann noch in einer Schulform landet, die ihm nicht entspricht. Und somit sein Lebensweg eine völlig falsche Wendung nimmt.

Lesen Sie bitte hier weiter (auf T-Online = Quelle).

Minderleister (engl.: Underachiever, von: to achieve, zu Deutsch: „etwas zustande bringen“, „ein Ziel erreichen“) ist eine Bezeichnung für Personen (z.B. Schüler), die in ihren Leistungen (z.B. in Form von Schulnoten) unter ihren Möglichkeiten (hier: angeborene intellektuelle Fähigkeiten) bleiben. Im Gegensatz dazu stehen Überleister, sogenannte Overachiever (Quelle: wikipedia)


sii-kids, der Enrichmentverbund Bargteheide-Großhansdorf mit den beteiligten Schulen und die Schlauberger-Factory möchten eine Organisationsstruktur (als gemeinnützige GmbH) aufbauen, um Kinder ab Grundschulalter gezielt zu fördern. Dafür brauchen sie finanzielle Unterstützung –  Firmen vor Ort, die wissen, dass sich Investition in Bildung lohnt und Privatpersonen, die Kinder von Herzen gerne fördern. Weiterlesen

Ist das so? Kann es sein, dass Hochbegabte anders denken und empfinden? Der eine Betroffene mag sagen, ja, tatsächlich. Der andere meint vielleicht: `Ach was, die kommen genauso gut klar im Leben.‘
Fakt ist: Viele hochbegabte Kinder und Erwachsene kommen im Alltag schwerer zurecht, da sie ihre Bedürfnisse nicht stillen und den Anforderungen der Gesellschaft, der Schule, Arbeitgebern, nicht gerecht werden können. Warum ist das so?
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, , wer ist sii-kids?

“sii-kids” sind: “sensitiv intelligent and interested kids”

Unsere Initiative entwickelt und organisiert Ideen für besonders begabte UND interessierte Kinder, damit diese ihre Potenziale entfalten können – wir finden, fördern und stärken sie! Dies in Kooperation mit anderen; ausgehend vom Standort Großhansdorf bei Hamburg (Kreis Stormarn). Weiterlesen